© Jost Soom 2015 Strafrechtliche Aspekte Garantenstellung und Sorgfaltspflicht Eine Garantenstellung nimmt eine Person ein, welche die rechtliche Pflicht hat, für den Schutz bestimmter Rechtsgüter (Leib, Leben, Eigentum) Dritter zu sorgen. Im Fall einer Lehrperson bezieht sich die Pflicht darauf, dass sie alle Gefahren und Schädigungen abzuwehren hat, die bestimmte Rechtsgüter ihr anvertrauter Schülerinnen und Schüler bedrohen. Diese Obhuts- oder Schutzgarantenpflicht stellt an die Lehrperson weit höhere Anforderungen als an sonstige Drittpersonen. Zivilrechtliche Aspekte Haftung nach OR „Wer einem anderen widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatz verpflichtet“ (Art. 41 OR). Widerrechtlich würde eine Lehrperson handeln, wenn sie ihrer Garantenpflicht nicht oder nur ungenügend nachkäme. Als Schaden gilt der tatsächliche Schaden, den der Geschädigte zu beweisen hat, im Fall eines verletzten Schülers beispielsweise die Heilungskosten.